Die Reiseapotheke

Die Reiseapotheke © Regina Fischer-Cohen

Ein kleiner Geheimtipp, den ich an dieser Stelle gern weitergebe, sind meine 6 Notfallhelfer: Arnika, Nux Vomica, Arsenicum album, Acconitum, Belladonna und Apis mellifica.  Ich habe die homöopathischen Mittel als  Globuli in der Potenz D 6 und/oder D 12 ständig auf Reisen bei mir. Sie ersparen mir so gut wie immer die Einnahme von stärkeren Medikamenten. Praktischer Weise gibt es in der Apotheke spezielle Glasröhrchen (5cm x 0,8cm), in die man sich eine kleine Vorratsmenge abfüllen kann.

Arnika D 12 ist ein wahres Wundermittel bei Verletzungen aller Art. Es lindert den Schmerz und Schock, wirkt Blutergüssen, Blutungen und Schwellungen entgegen und hilft auch bei Gehirnerschütterung, Kreuzschmerzen und Muskelkater.

Nux Vomica D 6 oder D 12 ist der Retter bei Übelkeit und allen Magen- und Darmbeschwerden, mit denen man im Ausland oft zu kämpfen hat. Hilft auch zuverlässiger bei einem Kater nach durchzechter Nacht, außerdem bei Nacken-und Schulterverspannung, Kreuzschmerzen und Erkältung.

Arsenicum album D 12 ist das Mittel der Wahl, wenn Übelkeit mit Erbrechen, starkem Durchfall und/oder Ohnmacht und Schwäche einhergeht, insbesondere, wenn eine Lebensmittelvergiftung zu befürchten ist bzw. wenn verunreinigtes Wasser getrunken wurde.

Acconitum D 6 oder D 12 wirkt bei Erkältungskrankheiten, (Mandel-) Entzündungen, Fieber und Sonnenstich.

Belladonna D 6  sollte statt Acconitum genommen werden, wenn die Beschwerden plötzlich und heftig auftreten.

Apis mellifica D 6  kommt bei entzündlichen Biss- und Stichwunden zum Einsatz, lindert z. B. dem Schmerz bei Bienenstichen und hilft zugleich bei allergischen Reaktionen. Wirkt außerdem bei stechenden Halsschmerzen und Blasenentzündung.

Dosierung und Anwendung

WICHTIG für eine erfolgreiche Behandlung:  das Mittel sofort einsetzen – nicht erst abwartet. Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten, ideal deshalb insbesondere für Kinder. Wer mit einem Säugling reist, sollte aber vorab unbedingt mit einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker klären, was  im Notfall verabreicht werden kann.

Dosierung: Hierzu gibt es unterschiedliche Empfehlungen. Ich nehme bei leichten anfänglichen Beschwerden 2 – 3 x täglich 5 Globuli (unter der Zunge zergehen lassen, nicht lutschen. 20 Minuten davor und danach möglichst nichts essen; Pfefferminze, Menthol und Lakritz sowie Kaffee beeinträchtigen die Heilwirkung, also eher meiden). Akutbehandlung bei heftig auftretenden Beschwerden: Bei D 6 Potenz 3 x hintereinander alle 15 Minuten 5 Globuli, danach stündlich 5 Globuli, bis die Beschwerden abklingen – maximal einen Tag lang. Bei D 12 Potenz jede halbe Stunde 5 Globuli, maximal  2 Stunden. Danach sollte sich eine deutliche Besserung zeigen. In diesem Fall setzt man die Behandlung bis zur vollkommenen Heilung mit täglich  3 x 5 Globuli fort. Andernfalls bricht man die Behandlung ab und wechselt ggfls. zu einem anderen Mittel.

 

Homöopatische Reiseapotheke © Regina Fischer-Cohen

Homöopathische Reiseapotheke © Regina Fischer-Cohen

»So ein Humbug, das hilft doch nicht wirklich«, mag manch einer von euch jetzt vielleicht denken. Tatsache ist, dass diese Mittel nicht nur mir selbst schon unzählige Male geholfen haben, sondern auch vielen anderen Menschen, denen ich die Globuli unterwegs in einer Notlage gegeben habe. Als Beispiel hier ein besonders dramatischer Fall: Wir waren zu Fünft auf einer Yacht in der Ägäis unterwegs, um für den Delius Klasing Verlag eine Story zu machen. Ein schweres Unwetter zwang uns, in einem von der Zivilisation völlig abgeschnittenen Naturhafen Schutz zu suchen.  Beim Anlanden erfasste eine Böe unsere Yacht. Die  Frau des Skippers – eine gelernte Krankenschwester – rutschte unglücklich weg, sodass ihr Bein zwischen Kaimauer und Boot eingeklemmt wurde. Es  schwoll binnen Sekunden wie ein Ballon an. Glück im Unglück: Sie hatte sich offensichtlich nichts gebrochen, und es war genug Eis zum Kühlen da. Ich habe dann sofort mit einer Arnika-Akutbehandlung begonnen. Da die Verletzung übel war, gab ich in der ersten Stunde alle 15 Minuten 5 Globuli. Die Wirkung, die sich nach 2 Stunden zeigte, war unglaublich: Schmerz und Schwellung waren erheblich zurückgegangen, und der Bluterguss hatte sich gleichmäßig verteilt. Als wir nach 3 Tagen endlich wieder in See stechen konnten, war das Bein nahezu schmerzfrei und vollkommen belastbar, sodass es nicht mehr notwendig war, einen Arzt aufzusuchen.

Natürlich sind Globuli kein Allheilmittel, und selbstverständlich sollte man bei ernsthaften Beschwerden grundsätzlich einen Arzt aufsuchen. Falls ärztliche Hilfe aber einmal nicht sofort zur Verfügung steht, könnt ihr mit den entsprechenden Globulis zumindest einer Verschlimmerung entgegenwirken. Wer sich näher mit dem Thema befassen möchte, findet hier weitere Infos. Mit Hilfe eines erfahrenen Homöopathen könnt ihr euch auch eine komplette, individuell auf euch abgestimmte homöopathische Reiseapotheke anlegen (siehe Foto oben).

Medikamente für die Reise

Die Reiseapotheke ©Regina Fischer-Cohen

Die Reiseapotheke ©Regina Fischer-Cohen

 

Wer dauerhaft Medikamente nehmen muss, packt selbstverständlich einen entsprechenden Vorrat davon ein. Und zwar ins Handgepäck – wie alle wichtigen Utensilien, auf die man nicht mindestens eine Woche lang verzichten kann.

Natürlich denkt niemand gern an eine ernsthafte Erkrankung auf Reisen, aber für den Fall der Fälle habe ich folgende Arzneimittel dabei:

  • Ibuprofen 600 (gegen stärkere Schmerzen)
  • Breitbandantibiotikum (z. B. Doxycyclin)
  • Imodium (die verschreibungspflichtige Variante! – gegen Durchfall)
  • Elektrolytpulver  beugt einer Austrocknung bei Durchfall vor
  • Leukostrip S (Klammerpflaster – hält kleinere Wunden zusammen, die sonst genäht werden müssten)

Immer wieder hilfreich

  • Aspirin C  und/oder Paracetamol
  • Wecesin Pulver von Weleda (ideal bei nässenden, juckenden Wunden – z. B. bei aufgekratzten Mückenstichen)
  • Betaisodona Salbe (Antiseptikum für kleine Wunden)
  • Desinfektionsspray
  • Pflaster in unterschiedlichen Größen
  • Blasenpflaster für wundgelaufene Füße
  • Heparin oder Traumeel Salbe (Verstauchungen)
  • selbstklebender Verband
  • abschwellendes Nasenspray
  • Meerwasser Nasenspray schützt die Nase auf Langstreckenflügen
  • Augentropfen  gegen trockene, gerötete, brennende Augen
  • Aconit Ohrentropfen

Bei kürzeren Reisen fülle ich mir kleinere Mengen ab. In der Apotheke bekommt man dafür Plastikdöschen und Flaschen in unterschiedlichen Größen. Reise ich in ärmere Länder, stocke ich die Arzneimittelmenge entsprechend auf. Außerdem nehme ich 1 – 2 Einwegspritzen und Kanülen mit. Die Erfahrung hat´s mich gelehrt, denn vor Jahren wurde mir in einer afrikanischen Urwaldklinik wegen einer Schnittwunde ein Betäubungsmittel injiziert. Mit einer Spritze, die so alt und verrostet aussah, als hätte sie bereits Albert Schweitzer gedient. So etwas will man sich kein zweites Mal antun, zumal die Gefahr einer HIV-Ansteckung  nicht unerheblich ist.

In Malaria-Gebieten habe ich ein Mittel für die Selbstbehandlung im Notfall dabei. Da das Medikament einer Chemotherapie gleichkommt, verzichte ich in der Regel auf eine Malaria-Prophylaxe.

Geht es in die USA, ist ein guter Versicherungsschutz das einzig Wichtige, weil ein Arztbesuch oder Klinikaufenthalt sonst extrem teuer werden kann. Die Medikamentenversorgung funktioniert perfekt über Supermärkte und die in den Staaten allgegenwärtigen Walgreens Apotheken. Vieles, was bei uns verschreibungspflichtig ist, bekommt man dort problemlos im Selbstbedienungsregal. Klingt toll, doch ihr solltet euch über die jeweiligen Inhaltsstoffe genau informieren, weil es Medikamenten-Cocktails gibt, die gefährliche Auswirkungen haben können – vor allem, wenn ihr Arzneimittelunverträglichkeiten oder gesundheitliche Probleme habt. Wer in den USA z. B. ein einfaches Grippemittel kauft, muss wissen, dass er damit auch Anti-Depressiva und Aufputschmittel schluckt, die zur Besserung des Allgemeinbefindens beigemischt sind. Und das z. T. in hochdosierter Form. Noch problematischer ist das Ganze in asiatischen Ländern, wo viele Produkte als Fälschungen auf den Markt kommen. Da hilft es dann auch nicht, sich die Inhaltsstoffe anzuschauen.

Hier findet ihr demnächst noch ein paar Tipps zu Langstreckenflügen und Jetlag.

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