Tierische Charakterköpfe – ich will Kühe!

Micky-Maus-Kuh auf HelgolandNeugierig und selbstbewusst - diese Schönheit lebt auf Helgoland ©Elke Gersmann

Ich mag Kühe. Sie haben so schöne sanfte Augen, sind neugierig, meistens ganz schön selbstbewusst – und nicht immer hinter einem Zaun…

Kuh-Frisur – eine „Wanderausstellung“ mit Kuh-Portäts im Tannheimer Tal. Als ich davon las, fiel mir ein, dass ich doch auch eine ganz schöne Kuh-Porträt-Sammlung von meinen Reisen habe. Denn ich mag Kühe. Ich finde ihre sanften Augen toll und bin immer wieder begeistert davon, wie  neugierig sie sind. Wanderausstellung meint dabei übrigens, dass diese Porträts mit allerlei Kuh-Infos an Wanderwegen aufgestellt sind. Und das nicht ohne Grund: hin und wieder gibt es ja schon Zusammenstöße zwischen Kühen und Wanderern – wir müssen wohl nicht lange überlegen, wer da den Kürzeren zieht.

Tannheimer Tal

Kuhfrisur im Tannheimer Tal – eine sehr sympathische Idee © Tourismusverband Tannheimer Tal

Ich war als Kind oft mit meinen Eltern in den Bergen wandern und da trafen wir natürlich ständig auf Kühe. Angst hatte ich keine – aber ordentlich Respekt. Ruhig bleiben, keine hektischen Bewegungen und Abstand halten hieß die Devise. Das war genau richtig, wie mir nun aus dem Tannheimer Tal bestätigt wird:

„Grundsätzlich sind Kühe friedliebende und sanfte Wesen. Dennoch sollte man ihnen stets mit gebührendem Respekt begegnen. Gut zu wissen ist deshalb, dass Kühe ein in drei Zonen unterteiltes Wahrnehmungsfeld haben: Ganz außen ist die neutrale Zone. Was sich dort abspielt, kümmert das Tier nicht. Tritt man etwas näher heran, kommt man in die Beobachtungszone. Hier behält die Kuh alles um sie herum genau im Blick. Noch dichter dran befindet man sich in der Bewegungszone. Sobald man diese betritt, reagiert die Kuh mit ihrem Körper. Sie steht beispielsweise auf und geht ein paar Schritte. Fühlt sich eine Kuh bedroht, kann sie angreifen – vor allem, wenn sie ihr Kalb beschützen will. Wanderer sollten also in jedem Fall einen Respektabstand wahren.“

Hallo, wer bist denn du? Bei einer Wanderung im Elsass traf ich auf diese freundliche Dame

Man soll also immer schön Respektabstand wahren. Das wird einem ja nicht nur bei Kühen geraten. Was aber, wenn diese nun auf den Respektabstand pfeifen? Dann ist der Ball wieder bei einem selbst und es heißt: Ruhe bewahren.

Kuh-Aufmarsch in Panama

In Panama war ich mit dem Quetzalmann – eine Geschichte, die ich euch demnächst mal genauer erzählen werde – in den Bergen rund um den Ort Boquete unterwegs. Eine recht abenteuerliche Wanderung im strömenden Regen. Irgendwann kamen wir durch ein Gatter, überquerten eine Kuhweide – und fanden den Ausgang nicht. Du wartest hier, sagte der Quetzalmann zu mir und verschwand. Da stand ich also und harrte der Dinge. Große schwarze Rinder standen überall versprengt herum. Bis eines von ihnen auf dem Hügel den Kopf nach oben reckte und ein dunkles, lautes „Muuuuuuh“ hören ließ. Aha, die Chef-Kuh, denkt, sie sei ein Wolf, dachte ich und musste grinsen.

Wanderung in Boquete

In Panamas Bergen – ich fühle mich beobachtet…

Das verging mir jedoch, als ich merkte, dass nun alle mit dem Grasen aufgehört und sich in meine Richtung in Bewegung gesetzt hatten. Einen Augenblick später standen wir uns Auge-in-Auge gegenüber – ich inzwischen ohne mein kreischpinkes Regenjäckchen. Als Stadtkind dachte ich mir nämlich, jetzt bloß nicht provozieren. Meine Kamera hatte ich aus dem Rucksack gefummelt, machte gespielt lässig ein paar Fotos.

Wanderung Boquete

Wir wären dann soweit…

… und ich auch

Langsam machte sich aber Ratlosigkeit auf allen Seiten breit. Keiner von uns wusste so richtig, was nun. Dann erschien plötzlich wieder der Quetzalmann und schlug sich auf die Stirn: „Da, direkt hinter dir, ist der Ausgang.“ Deshalb auch der Aufmarsch der Kühe: sie dachten einfach nur, dass ich sie auf die nächste Weide bringen will. Sie schienen mir fast ein bisschen enttäuscht, als wir sie zurückließen.

Kanadische Wald-Kühe

In Kanada war ich im Cypress Hills Interprovincialpark an der Grenze von Alberta und Saskatchewan mal wieder alleine wandern. Ein Ranger, mit dem ich am Vortag unterwegs war, hat mir den Weg empfohlen und mich auch gleich am Einstieg abgesetzt. Bei unserer gemeinsamen Tour durch den Park hatte ich so einiges über diesen erfahren. Unter anderem, dass nun Hausrinder die hier ausgerotteten Bisons ersetzten. Die großen Pflanzenfresser sind nämlich eigentlich wichtig für das Ökosystem, sie halten Prärie-Flächen frei, die sonst erst verbuschen und irgendwann zu Wald werden würden.

Und solange keine Bisons wieder angesiedelt werden, müssen es eben die Kühe richten. Vor dem strengen Winter werden sie eingefangen und in den Stall gebracht. Doch es hatte sich auch schon mal eine kleine Herde abgesetzt und im Wald versteckt. Die Tiere waren einfach nicht zu finden. Keiner hatte mehr mit ihnen gerechnet – doch im Frühjahr tauchten sie aus dem Wald wieder auf. Ein bisschen abgemagert aber sonst wohlauf.

Kanada Alberta Cypress Hills

Wer ist hier der Chef? ©Elke Gersmann

Also während ich so im Wald vor mich hin wandere, sehe ich plötzlich eine Bewegung zwischen den Bäumen. Kein Bär, keine Hirsche, sondern jede Menge Kühe stehen rechts und links und auf dem Weg. Ich lächele tapfer und schlängele mich hindurch. Sie lassen mich ohne Zwischenfall passieren, wirken ganz gelassen.

Kanada Alberta Cypress Hills Provicial Park

Suchbild mit Kuh – beim Wandern im Cypress Hills Interprovicial Park trifft man auch auf nicht ganz so wilde Tiere… ©Elke Gersmann

Kanada Alberta Cypress Hills

Freiheit pur im kanadischen Cypress Hills Interprovincial Park – davon können andere nur träumen… ©Elke Gersmann

Das würde unserer Yvonne gefallen, denke ich. Könnt ihr euch erinnern? Yvonne war vor ein paar Jahren von dem Lastwagen gesprungen, der sie zum Schlachthof bringen sollte und dann im Wald verschwunden. Drei Monate keine Spur von ihr, bis sie sich dann schließlich zwei Jungrindern auf einer Weide anschloss. Ja, Yvonne hätte es hier super gefunden.

Und hier eine erste Auswahl meiner Kuh-Galerie

Und weil es so schön passt, möchte ich auf den aktuellen Milch-Test der Stiftung Warentest hinweisen, von dem es in der Pressemeldung heißt: Kühe würden Bio kaufen

Der Test zeigt: Wem Tier­wohl und faire Preise wichtig sind, der sollte am ehesten zu Bio-Milch greifen ©Stiftung Warentest

2 Kommentare

    • Die sind ja auch herzallerliebst…
      Das mit den Geschenken kenne ich 🙂 . Bei mir waren es Elche, denn – Elch ist mein Spitzname… Stofftiere, Bettwäsche, Kerzen, sogar eine Elch-Lampe war dabei. Wusste bald nicht mehr, wohin damit. Da habe ich irgendwann dann mal gesagt, so, jetzt ist aber Schluss mit den Elchen. Die meisten halten sich dran…

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