Die Kuh – Hommage an das liebe Vieh


© Die Kuh - Eine Hommage von Werner Lampert, erschienen bei teNeues, € 49,90, www.teneues.com, Evolèner, Wallis, Schweiz, © Werner Lampert GmbH, Photo Ramona Waldner

Ich mag Kühe. Und damit stehe ich wohl nicht alleine. Das zeigt die nicht ganz repräsentative Auswertung unseres Blogs: „Ich will Kühe“ gehört zu unseren meist gelesenen Artikeln. Bin ich unterwegs, kann ich an keiner Kuh einfach so vorbeigehen. Als Folge habe ich eine ganze Kuh-Fotogalerie.

Auch Werner Lampert, österreichischer Bio-Pionier und Nachhaltigkeitsexperte, kann von Kühen offensichtlich nicht genug bekommen. Mit einem Fotografen-Team hat er sich aufgemacht, die Kühe dieser Welt zu suchen und zu besuchen. Herausgekommen ist eine Hommage, wie sie schöner kaum sein könnte. Die auch gleich einen Erklärungsversuch für diese emotionale Bindung zwischen Mensch und Kuh liefert.

Maremmana, Toskana, Italien
© Werner Lampert GmbH, Photo Ramona Waldner

Die Bilder: imposant und beeindruckend. Der Text: informativ und lehrreich im besten Sinne. Hier und da vielleicht ein wenig pathetisch. Das ist aber mein persönlicher Eindruck und mag daran liegen, dass es bei mir eher norddeutsch, quadratisch, praktisch, gut zugeht…

Die Kuh – ansteckende Begeisterung

Werner Lamperts Begeisterung und Liebe zu den edlen Rindviechern lässt sich jedenfalls aus jeder Zeile herauslesen. Und das wirkt ansteckend. Kühe werden hier vom bloßen Fleisch- und Milchlieferanten wieder zu Wesen mit viel Charakter. Sie sind mal freiheitsliebend und mal anhänglich. Eigentlich immer wehrhaft, eigensinnig und mutig, manchmal kampflustig. Und schön. Mit jeder neuen Seite wird das Grauen der Massentierhaltung deutlicher.

Sacha Ynaga, Jakutien, Russland
© Werner Lampert GmbH, Photo Ramona Waldner

Nicht wenige dieser Schönheiten sind vom Aussterben bedroht. 184 Rinderrassen gelten bereits als ausgestorben, 490 als gefährdet, ist im Buch zu lesen. Die industrielle Landwirtschaft setzt auf einige wenige Hochleistungsrassen, die möglichst schnell möglichst viel Fleisch und Milch liefern sollen. Was das mit den Tieren macht, ist ja inzwischen wohlbekannt.

Lampert wendet sich nicht gegen die Tierhaltung allgemein. Wer im Buch schmökert, wird verstehen warum: In vielen Regionen der Welt sind Menschen auf die Viehhaltung angewiesen. Aber er plädiert für einen anderen Umgang mit unseren Mitgeschöpfen.

Hariana, Haryana, Indien
© Werner Lampert GmbH, Photo Judith Benedikt

Seien wir ihm durch unsere Zuneigung nahe, unserem Gefährten.

Werner Lampert, „Die Kuh“

Die Kuh und wir

Der Weg dorthin führt bei den Kühen und anderen Tieren (auch) über unser Portemonaie. „Die Kuh“ zeigt eindrücklich: Die Billigheimermanie muss endlich aufhören. Nun, Fleisch esse ich selbst überhaupt nicht. Aber ich muss es zugeben: Ich liebe meinen Milchkaffee.

Die Milch dafür kommt so oft wie möglich (es gibt sie hier in Hamburg nur in einigen Läden) von den schleswig-holsteinischen Melkburen. Ein Liter dieser „4 Jahreszeiten-Milch“ kostet 1,79 Euro. Weil sie bio ist, weil die Kühe kein Kraftfutter sondern Gras und Kräuter fressen, weil die Menschen nur das bekommen, was die Kälbchen übrig lassen.

Also ich finde das nicht zu teuer. Ich glaube, Werner Lampert würde mir da zustimmen.

Die Kuh – eine Hommage ist nicht nur ein Buch über Kühe. Es hält uns auch den Spiegel vor. Erschienen bei teNeues – und ein tolles Geschenk (Weihnachten ist gar nicht mehr so fern ;-))

DIE KUH
Eine Hommage
Werner Lampert
erschienen bei teNeues

26 x 29,8 cm
480 Seiten, Hardcover
230 Farbfotografien und 18 Illustrationen
€ 49,90
ISBN: 978-3-96171-178-9

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