Wie ein springender Delfin

Rowohlt Verlag, Buchbesprechung

Ich möchte euch heute ein großartiges Jugendbuch empfehlen (ab 12 Jahren), das so spannend und zugleich tief berührend geschrieben ist, dass man auch als Erwachsener sofort von der Geschichte gefesselt ist. Autor Mark Lowery lässt seinen 13-jährigen Protagonisten Martin Tompkins in erfrischender ICH-Form berichten. Natürlich geht es bei der Story ums Reisen.

Martin ist ausgerissen, um mit seinem jüngeren Bruder Charlie für einen Tag an die Küste von Cornwall zu fahren.  Er will ihm ein Wiedersehen mit einem Delfin ermöglichen, denn diese Begegnung hatte den Kleinen in den Sommerferien regelrecht aufblühen lassen. Charlie kam als Frühchen zur Welt und ist ein ganz besonderes Kind. Martin, der von Anfang an auf seinen Bruder aufgepasst hat, beschreibt ihn so: »Träges Auge, Riesenschädel, schnarcht wie ein Nilpferd, oft krank, abartiger Essgeschmack, schreckliches Gedächtnis, ständig außer Atem, schmächtig, frech, kann nichts allein machen oder sich mehr als zwei Sekunden auf irgendwas konzentrieren. Hirn tickt verkehrt, keinen Begriff von Gefahren. Mein absolut bester Kumpel der Welt.«

Klar, dass sich die Zugreise mit so einem Bruder mehr als abenteuerlich gestaltet. Charlie hat schließlich eigene Vorstellungen vom Reisen. Und er mag das junge Mädchen nicht, das sich unterwegs zu den beiden gesellt. Zu allem Übel haben die Eltern dann auch noch die Polizei eingeschaltet, die daraufhin auf allen Bahnhöfen nach den vermissten Kindern sucht.

Und so fiebert man während der gesamten Reise mit den Jungen mit. Werden sie ihr Ziel erreichen? Man spürt, wie wichtig das Wiedersehen mit dem Delfin für beide ist. Weshalb – das verrät der Autor erst auf den allerletzten Seiten. Und das Ende trifft einen wie ein Paukenschlag. Völlig unerwartet, mitten ins Herz.

Wie ein springender Delfin von Mark Lowery, Rowohlt Verlag, Jugendbuch, 224 Seiten, € 14,99, ISBN.: 978-3-499-21775-3

2 Kommentare

  1. Danke für den Tipp, der kam zur rechten Zeit. Suchte gerade nach einem Geburtstagsgeschenk für die Tochter einer Freundin, die mit (nun) 13 Jahren schon mit einer gehörigen Portion Fernweh ausgestattet ist. Tja, und Delfine gehen ja auch immer! Sie hat es zwar noch nicht ganz gelesen, aber ich habe schon gehört, dass es ihr sehr gut gefällt…

    • Liebe Susann,

      wie schön, dass meine Rezension Sie dazu inspiriert hat, dieses Buch zu verschenken. Ich denke, jeder Jugendliche sollte den Roman gelesen haben. So amüsant und locker wie sich die Story entfaltet, so sehr bewegt sie und macht nachdenklich.

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