Tierische Charakterköpfe – Kegelrobben auf Helgoland

Tierische Charakterköpfe: unterwegs gibt es immer wieder Begegnungen mit interessanten Tieren. Mal absichtlich, mal unabsichtlich. Die Geschichte dahinter ist dann erstaunlich, beeindruckend, witzig oder überraschend. Ab sofort erzählt in den Tierischen Charakterköpfen.

Heute ist es ein knuffiger kleiner Kerl. Und doch guckt die kleine Kegelrobbe ein bisschen grimmig – bis hierher und nicht weiter, soll das heißen. So nah ran darf und soll man eigentlich sowieso nicht. Doch ich hatte Rolf Blädel dabei, den wohl bekanntesten Helgoländer. Dabei wurde er nicht mal auf der Hochseeinsel geboren, sondern im schleswig-holsteinischen Friedrichstadt. Rolf Blädel ist amtlich bestellter Seehundjäger. Doch auf die Tiere schießen, das tut er nur im äußersten Notfall. Wenn ein Tier so krank ist, dass es keine Überlebenschance mehr hat. Hege und Pflege sind seine Aufgaben und dazu noch die Führung von Fernsehteams, Journalisten und Feriengästen über die helgoländische Düne.

Im Winter kommen sie alle vor allem wegen der Kegelrobben, die hier seit zwei Jahrzehnten wieder ansässig sind – in den 1980er Jahren galten diese in der Deutschen Bucht durch die starke Bejagung als ausgestorben. Seit Ende der 1990er Jahre ziehen Kegelrobben in den Wintermonaten hier auch wieder ihre Jungen auf. Letztes Jahr gab es 317 Jungtiere, für dieses Jahr sind schon 354 gemeldet. Die knuffigen Robbenbabys lümmeln sich zwischen Dezember und Februar im Sand. Von ihren großen Kulleraugen sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen – sie beißen, hat Blädel mich gewarnt. Überhaupt sollte man nicht zu nahe rangehen, um die Tiere nicht unnötig zu stören. Am besten, man schließt sich einer der Führungen an, die vom Naturschutzverein Jordsand organisiert werden.

Kegelrobben auf Helgoland

Auch die Großen lümmeln am liebsten auf der Düne rum…

Im Sommer, wenn auch die menschlichen Badegäste auf der Düne Sonne und Meer genießen, kann die Zahl der Kegelrobben und der Seehunde noch steigen. Von den Menschen lassen sie sich nicht stören, diese sind im Gegenteil manchmal eine willkommene Abwechslung. Einmal wurde zum Beispiel ein Gast beim Schwimmen die gesamte Zeit von einer Robbe bespielt und wurde sie einfach nicht wieder los. Etwas entnervt sei dieser schließlich aus dem Wasser heraus- und 50 Meter weiter wieder hineingegangen. Die Robbe ließ sich davon allerdings so überhaupt nicht abwimmeln. Und tauchte schnell wieder neben ihm auf.

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