Von Kühen und Wanderern

Achtung Mutterinstinkt: hier lieber nicht zu nah am halbstarken Kalb vorbeiwandern

Nun beginnt sie wieder, die spätsommerliche oder herbstliche Wanderzeit. Vor allem in den Bergen können wir dabei immer wieder Kühen begegnen. Sanfte Augen, feuchte Nase – eigentlich sind sie recht friedfertige Tiere. Doch es gibt Ausnahmesituationen. Beispielsweise wenn der starke Mutterinstinkt ins Spiel kommt. Deshalb kann es zu Zusammenstößen zwischen Mensch und Kuh kommen – wobei klar ist, wer dabei den Kürzeren zieht.

Hier einige Tipps, damit es gar nicht so weit kommt:

1. Sicherheitsabstand zu Muttertieren und Kälbern
Biologisch betrachtet, sind Rinder Fluchttiere, die bei Gefahr weglaufen. Nur, wenn es keinen Fluchtweg gibt oder sie ihre Jungtiere verteidigen, können diese so friedlichen Tiere auch mit einem Angriff reagieren. Kühe haben einen sehr starken Mutterinstinkt, deshalb sollten Wanderer Muttertiere und ihre Kälber meiden. Auch wenn ein Kälbchen noch so herzig scheint, darf es nicht berührt oder gefüttert werden!

2. Wanderrouten vorab planen
Vor allem, wenn Hunde dabei sind, solltet ihr schon vor der Wanderung abklären, ob diese über Weiden führt. So könnt ihr euch darauf einstellen und gegebenenfalls nach alternativen Routen suchen.

3. Ruhig bleiben und Hunde anleinen
Beim Wandern bitte die markierten Wege nicht verlassen. Ist die Überquerung einer Weide unvermeidlich, sollte ihr euch ruhig verhalten und euren Hund unbedingt anleinen. Diese könnten sonst dafür sorgen, dass eine ursprünglich friedfertige Kuhherde bedrohlich reagiert. Das gilt auch für lärmendes Verhalten, das Imitieren von Kuhlauten und ruckartige Bewegungen bzw. spontanes Umherlaufen. Sind Kinder dabei, solltet ihr diese möglichst an die Hand nehmen.

4. Warnsignale beachten
Die Körperhaltung der Tiere ist sehr aufschlussreich. Ein Senken des Kopfes in einer Konfrontation ist eine eindeutige Drohgebärde. In einem solchen Fall solltet ihr so ruhig wie möglich zurückweichen und die Alm verlassen.

Ein Restrisiko kann natürlich nicht ausgeschlossen werden. Wenn ihr diese Tipps berücksichtigt, stehen die Chancen für ein friedvolles Neben- und Miteinander von Kühen und Wanderern recht gut. Viele Zwischenfälle, bei denen Wanderer verletzt wurden, hätten so sicherlich vermieden werden können. Ein respektvoller Zugang zur Natur und ihren Lebewesen ist jedenfalls die beste Voraussetzung für ein gelungenes Wandervergnügen.

Meine Erlebnisse beim Wandern könnt ihr hier in unserem Blog bei Tierische Charakterköpfe – Ich will Kühe lesen.

Quelle: VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz

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