Karneval in Norddeutschland – Wenn die Dörfler verrückt spielen

Karneval in Norddeutschland, carnival in Northern Germany

FASLAM !!! Schnappschuss am Sonntag vor zwei Wochen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Lüneburg, rund eine Autostunde von Hamburg entfernt

»Hast du Lust, zu einem Karnevalsumzug mitzukommen?« hatte meine Schwester mich morgens am Telefon gefragt. »Bist du verrückt, du weißt, was ich von solchen Trara-Veranstaltungen halte und dann auch noch bei diesem Schietwetter«, gab ich entrüstet zurück. Daraufhin sie: »Okay – anders gefragt: Hättest du Lust, mit ein paar schrägen Typen auf dem Land zu feiern?« Blutsbande! Mein Schwesterherz weiß immer, womit sie mich aus der Reserve locken kann. Gegen 12 Uhr  saßen wir im Auto, sie mein Schwager, mein neunjähriger Neffe und ich. Im Konvoi hinter uns, einige Freunde mitsamt Kindern. Reichlich Spaß war somit schon mal garantiert. Wenn´s ganz dumm kommen sollte, wollten wir einfach einen ausgedehnten Waldspaziergang machen und danach in eine gemütliche Dorfkneipe einkehren. Und das haben wir am Ende auch gemacht. Zuvor standen wir allerdings fast zwei Stunden lang am Rande einer abgesperrten Dorfstraße. Was heißt, standen? Wir haben getanzt, gejohlt und gelacht – dabei massenweise Popkorntüten, Bonbons und Bananen aufgefangen und diverse Schnäpschen getrunken, die von vorbeiziehenden Karnevalsjecken spendiert wurden. Kurz: Wir haben all unsere hanseatischen Vorbehalte über Bord geworfen und uns  königlich amüsiert.

Spaß für die ganze Familie

Jetzt würde ich euch das Dorf ja gern verraten, in dem das Event alljährlich im Januar stattfindet. Darf ich aber nicht. Ich hab´s meinen neuen Duzfreunden Holger, Lars, Iris, Ingo, und Susie hoch und heilig versprochen. Die Fünf leben nämlich in der Region, und sie befürchten – nicht ganz zu Unrecht – dass der intime, fast familiäre Charakter ihres Festes verloren gehen könnte, wenn zu viele von außerhalb anreisen. Andererseits gab es da auch Tim, der in einem der fünf Nachbarorte wohnt, wo der Karneval im Februar ebenso groß abgefeiert wird. »Schíck de jungen Lüd ruig to uns. De solln all kummn un sik vergnögen!« bot der schon leicht angesäuselte Landwirt mir im schönsten Plattdeutsch an. Tja, und was mache ich nun? Ich sage einfach nur: FASLAM! Solltet ihr dazu weitere Infos im Internet finden, ist das nun wirklich nicht meine Schuld.

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