Kambodscha – Komm mit ins Abenteuerland!

Der berühmte Bayon-Tempel in Angkor - wegen dringender Restaurationsarbeiten wird er ab 2020 leider weitgehend gesperrt sein © Regina Fischer-Cohen

Angkors mystische Tempel, eine Metropole voller kolonialem Charme und tropische Traumstrände…  Das einstige Armenhaus Kambodscha befreit sich langsam vom Trauma seiner schrecklichen Kriegsvergangenheit und mausert sich zu einem trendigen Reiseziel.

Update: Februar 2020

In Chhays Mundwinkel klebt etwas. Es ist wie mit der Nudel in Loriots Sketch. Schlimmer! Weil das, was da festsitzt, ein Bein ist. Hängengeblieben von einer Handvoll frittierter Grillen, die sich mein Guide gerade hastig in den Mund gesteckt hat. Quasi als Frühstücksersatz. Jetzt zittert es, während er über die Khmer Gott-Könige spricht, die Angkor zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert als Zentrum ihres ostasiatischen Riesenreichs erbaut haben. Es ist zum Verrücktwerden. Wie soll man sich bei diesem Anblick auf die Historie konzentrieren? Meine Hand zuckt, will unbedingt in Chhays Gesicht. Zum Glück gönnt der sich dann aber noch ein paar Grillen und wischt das Problembein damit weg.

Asia-Snack für den kleinen Hunger zwischendurch: frittierte Grille ©Regina Fischer-Cohen.jpg

Sonnenaufgang über Angkor Wat

Nicht nur bei ihm macht sich langsam der Hunger bemerkbar. Vorbei, der magische Moment. Die Minuten des gemeinsamen andächtigen Schweigens, als sich die Sonne dramatisch hinter den Türmen von Angkor Wat erhoben hat. Das Traummotiv jedes Kambodschareisenden. Hunderte von Touristen haben sich auch heute  wieder zu nachtschlafender Stunde hektisch auf den berühmten Tempel im Dschungel gestürzt. Und genauso schwirren die meisten nun wieder ab. Zurück in die sieben Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Siem Reap, wo das Hotelfrühstück bereits wartet. Zum Glück hatte Chhay mir vorab geraten, einen Snack mitzubringen, und so genießen wir nun die kurze Phase, in der es in dem ansonsten völlig überlaufenen Heiligtum noch einmal etwas ruhiger wird.

Angkor Wat © Regina Fischer-Cohen
Angkor Wat © Regina Fischer-Cohen

Lara Croft und die mystischen Tempel

Seit Angelina Jolie in dem Kino-Hit »Tomb Raider« als Lara Croft durch die antiken Königsstädte gejagt ist, drängeln sich hier die Touristen. Neben Angkor Wat will jeder vor allem die von Würgfeigen umschlungenen Dschungel-Tempel Ta Prohm und Preah Khan sehen. Und natürlich den Bayon mit den übermannsgroßen steinernen Gesichtern. Weit über 2 Millionen Besucher strömen Jahr für Jahr aus aller Welt herbei.

Junge Mönche studieren die Sanskrit-Inschrift an einem der Tempel ©Regina Fischer-Cohen

»Abenteuer-Feeling gibt´s hier nur noch, wenn du das richtige Losungswort kennst«, scherzt Chhay, während er mich in einen Seitentrakt des Angkor Wat lotst, wo er eine riesige Bauplane und ein Schild mit der Aufschrift »Betreten verboten« beiseiteschiebt. Über schmale Leitern und kippelige Holzbohlen führt er mich dahinter in schwindelerregende Höhen. Bis unters Tempeldach, wo kambodschanische Restauratoren mit filigranen Bohrern behutsam an einem Steinrelief arbeiten. Es zeigt Apsaras, verführerisch schöne Himmelstänzerinnen, die aufgrund innerer Verwitterung vom Giebel zu stürzen drohen.

Restauratoren arbeiten in schwindelnder Höhe am Tempeldach ©Regina Fischer-Cohen

Von Angelina Jolie zu den Tempelrettern

Unter dem Titel »Tempelretter« hatte der mittlerweile insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook hier einst ein Nachhaltigkeitsprojekt gestartet,  mit dem er die Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen des  German Apsara Conservation Projects (GACP) finanziell unterstützt hat.  Im Gegenzug wurden den Gästen von Thomas Cook   exklusive Einblicke in die Arbeitswelt der Restauratoren geboten. Es war ein perfektes Win-Win-System, das es in dieser Form heute leider nicht mehr gibt. Doch ein paar schlitzohrige Guides wissen noch immer von der Idee zu profitieren. Nicht ganz legal, aber »ein Geldschein öffnet dir in diesem Land viele verschlossene Türen«, versichert Chhay lächelnd, während er mich über einen schmalen Geheimgang in einen anderen Tempeltrakt schleust.

Angkor Thom © Regina Fischer-Cohen
Mystisch – der von Würgfeigen umschlungene Angkor Thom Tempel © Regina Fischer-Cohen

Im Kochtopf auf Südostasiens größtem See

One Dollar? Rund fünfundfünfzig Kilometer südöstlich von Siem Reap gluckst die achtjährige Lin vor Vergnügen. Schelmisch blickt sie zu ihrem jüngeren Bruder, der in einem Riesenkochtopf hockt und damit quietschfidel vor der elterlichen Hütte auf dem Tonle Sap See schippert. Einen Dollar hatte ich ihr für den leckeren Braten geboten. »Okay!« willigt Lin nun ein, bereit, den Kleinen als Festmahl zu servieren. Mit viel Chili, Knoblauch und Zucker. So wie die Khmer ihr Essen lieben. Quatsch! Ist natürlich alles nur Spaß. Ein Moment heile Kinderwelt in dem Fischerdorf Kompong Khleang.

Kindheit im schwimmenden Dorf: Fotos mit Schlange für die Touristen ©Regina Fischer-Cohen

Die schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap

Es ist das entlegenste von drei schwimmenden Dörfern, die man hier am Nordufer des Sees besuchen kann. Wobei es mit gut 9.500 Einwohnern fast die Struktur einer Kleinstadt hat. Jetzt, kurz nach der Regenzeit, ragen die auf Holzpfählen erbauten Hütten wie Inseln aus dem Wasser hervor. Schon verrückt, wenn man da auf den Terrassen geparkte Fahrräder und Mopeds entdeckt. Und Kinder, die in Waschschüsseln und Kochtöpfen zwischen den Behausungen hin und her schippern.

Bootsfrau mit Kind © Regina Fischer-Cohen
Hier fährt man mit dem Boot vor die Haustür ©Regina Fischer-Cohen

Der Tonle Sap, Südastasiens größter Süßwassersee, ist wieder mal zum Meer angeschwollen. Hat wie nach jedem Monsun an die 10.0000 Quadratkilometer Land überflutet. Ein paar Monate noch, und er wird auf über ein Fünftel seiner Größe ausgetrocknet sein. Geradezu surreal werden die Hütten der schwimmenden Dörfer dann auf ihren bis zu acht Meter hohen Stelzen in den Himmel ragen.

Auf dem Fluss in die Vergangenheit

Nhean bei unserer ersten Begegnung vor einem Tempel in Angkor ©Regina Fischer-Cohen

»Es ist schön, anzukommen, aber wer sein Ziel bloß schnell erreichen will, ist kein Reisender«, philosophiert Nhean, ein junger Mönch, den ich vor Tagen bei meinen Streifzügen durch die Tempelanlagen kennengelernt hatte. Schwärmerisch hat er mir vom »schwerelosen Dahingleiten übers Wasser« erzählt, und nun sitze ich vor ihm im sogenannten Slowboot, um vom Tonle Sap aus über den Sangker Fluss nach Batambang weiterzureisen. Fragt sich nur, ob mir dabei die innere Einkehr gelingen wird. Der alte Kahn sieht alles andere als sicher aus, und von Komfort kann keine Rede sein. Doch Nhean, der in der westlich gelegenen Provinzstadt Freunde besuchen will, ruht in seiner safrangelben Robe entspannt auf dem Sitz und lächelt weise.

Der Weg ist das Ziel

Lotusblumenfeld am Sangker Fluss © Regina Fischer-Cohen
Lotusblumenfeld am Sangker Fluss © Regina Fischer-Cohen

Reisen, um des Reisens Willens. Das sagt alles über diese exotische Flussfahrt, bei der es – je nach Wasserstand und Zwischenstopps – mindestens sechs Stunden lang übers Wasser geht. Vorbei an überfluteten Wäldern und Reis- und Lotusblütenfeldern. Hin zu entlegenen Fischerdörfern und einsamen Gehöften. Wo man in ein von Armut geprägtes archaisches Leben eintaucht, das oft noch genauso aussieht, wie es die Reliefs am Bayon-Tempel in Angkor zeigen.

Zwischenstopp im Nirgendwo auf dem Weg nach Battambang ©Regina Fischer-Cohen

Einheimische Passagiere, bepackt mit schweren Bündeln und Körben, steigen aus und andere zu. Noch ein fröhliches Winken und weiter geht´s auf einer der reizvollsten Strecken des Landes. Selig eingelullt erkenne ich: hier ist der Weg wahrhaftig das Ziel. Battambang selbst versprüht zwar kolonialen Charme, bietet sonst aber nicht viel. Nach einer kurzen Sightseeingtour verabschiede ich mich deshalb von Nhean und fahre mit dem Chauffeur gleich weiter in die gut vier Stunden entfernte Hauptstadt Phnom Penh.

Partymetropole mit kolonialem Charme

Per Fahrrad-Rikscha durch Phnom Penh – nix für schwache Lungen ©Regina Fischer-Cohen

»Sharky´s Bar, Meta House, FCC – The Mansion … in der Club- und Undergroundszene geht hier zurzeit richtig der Groove ab«, schwärmt Alan Ritchie, ein gefeierter britischer DJ, mit dem ich mich an der Riverfront am Sisowath Quay treffe. Malerisch zieht sich die Parkanlage über Kilometer am Westufer des Tonle Sap Flusses entlang, was sie zur beliebtesten Flaniermeile der Metropole macht. Hier, wo sich der gewaltige Mekong  mit seinen Nebenflüssen vereint, erstrahlt Phnom Penhs berühmteste Touristenattraktion: der königliche Palast mit der Silberpagode. Ebenfalls sehenswert sind im Umfeld noch das Nationalmuseum, der Central Market und die Tempel Wat Ounalom und Wat Phnom.

Feierabendverkehr vor der königlichen Pagode in Phnom Penh ©Regina Fischer-Cohen

Happy Hour in Phnom Penhs Foreign Correspondance Club

Zur Happy Hour geht´s jetzt aber erst mal in den legendären Foreign Correspondance Club, wo man den kolonialen Charme dieser Stadt noch spüren kann. »Überbewertet«, meint Allen, gibt aber zu, dass man dort vom Balkon im zweiten Stock mit einem eisgekühlten Drink in der Hand die schönsten Sonnenuntergänge über dem Tonle Sap erleben kann. Unten am Quay und in den abgehenden Seitenstraßen wartet schon das Nachtleben mit jeder Menge Bars, Restaurants, Cafés, Shops und Galerien. Kurz vor Mitternacht ist Allen dann in seinem Element. »Let´s rock this city!«, feuert er die tanzwütige Menge im angesagten Pontoon Nightclub an und beschallt sie mit jenem krassen Mix aus sphärischen Technoklängen, Pop-Rock und traditioneller Khmer Musik, für den ihn die hiesige Szene so liebt.

Phnom Penh - Königspalast mit Silberpagode © Regina Fischer-Cohen
Phnom Penh – Königspalast mit Silberpagode ©Regina Fischer-Cohen

Zum Chillen auf die Inseln

Am goldgelben Strand der Insel Kaoh Totung ist das Gesangskonzert am nächsten Abend von ganz anderer Natur: schrill, schräg – einfach nur tierisch. Die Percussion übernimmt ab sofort die Meeresbrandung. Und als Special Effect zündet fluoreszierendes Plankton in den Tiefen des Golfs von Thailand eine höchst psychedelische Neonlichtshow. Da hebst du ab, ganz ohne Drogen und Alkohol. Grandios! dachten auch Ariane und Karim, als sie 2007 auf dem unberührten Eiland gestrandet waren. Ratzfatz hatte das Schweizer Paar einen Urwaldstrand von der ansässigen Fischerfamilie gepachtet, und dann ging´s mit dem Aufbau von Nomad`s Island los. »Nichts schien unmöglich«, lächelt Karim, der gerade ein Buch über dieses Abenteuer schreibt. Für ihn und Ariane ist dieses Kapitel allerdings abgeschlossen. Sie haben ihr Eco-Resort  verkauft, um sich neue Herausforderungen zu suchen.

Das Paradies und der teuflische Fortschritt

Paradise on Nomads Island © Regina Fischer-Cohen
Paradiesische Inselwelt vor der Riviera Indochinas © Regina Fischer-Cohen

Glücklicherweise setzt die aus Australien stammende neue Besitzerin Nicole das Konzept der beiden aber fort. Mit fünf  kleinen Bambusbungalows lädt sie hier auch weiterhin zur idyllischen Robinsonade ein. Und das zu einem relativ erschwinglichen Preis. Auf der in Sichtweite gelegenen Festlandküste geht es dagegen längst ums ganz große Geld. Genauer gesagt: um 3,5 bis 8 Milliarden Dollar. So viel will die chinesische Investmentfirma Union Development Group dort für ihre angeblich geplante Mega-Kasino-Metropole im Stil von Las Vegas und Macao ausgeben. Das erste Kasino-Resort mit Golfplatz ist bereits seit Monaten in Betrieb. Touristen hat man dort allerdings bisher so gut wie keine gesehen. Dessen ungeachtet, wird direkt nebenan gerade an einem internationalen Flughafen und einem Kreuzfahrschiffterminal gebaut. Bis Ende 2020 soll beides weitgehend fertiggestellt sein.

Was geschieht mit der Riviera Indochinas?

Tropische Idylle an der Riviera Indochina ©Regina Fischer-Cohen

Das Tragische ist, dass das an Union Development verpachtete 44.000 Hektar große Küstenbaugrundstück zum kambodschanischen Boutum Sakor Nationalpark gehört, der sich durch seine außergewöhnliche  Biodiversität und Größe auszeichnet. Aber Kambodschas korrupte Staatsdienerschaft scheint zu meinen, dass man bei solchen Investitionssummen nicht zimperlich sein darf. Im östlich gelegenen Ream Nationalpark haben die Chinesen bereits ein weiteres Großprojekt geplant.  Sieht so aus, als wollten sie die 440 Kilometer lange »Riviera Indochinas« jetzt mit aller Macht aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken. Internationale Beobachter halten es mittlerweile allerdings für möglich, dass es China hier gar nicht so sehr um Tourismusentwicklung gehen könnte, sondern vielmehr um einen neuen militärischen Stützpunkt.

Happy auf Nomads Island © Nomads Island
Robinson-Feeling © Nomad’s Land

Sihanoukville – das Ende der Backpacker-Ära

Rucksacktouristen sind bekanntlich hart im Nehmen, beim Blick auf ihr geliebtes Sihanoukville schießen vielen von ihnen jedoch die Tränen in die Augen. Das liegt zum einen an der gravierenden Veränderung, die der quirlige Hafen- und Badeort mit seinen weißen Stränden am Golf von Siam durchgemacht hat. Zum anderen liegt´s am ätzenden Zement, der einem hier überall entgegenweht, weil selbst in den kleinsten verbliebenen Lücken noch weiter gebaut wird.

Mobile Garküchen und Markstände müssen Neubauten weichen ©Regina Fischer-Cohen

Was 2017 noch als Backpacker-Treff und Hochburg für Abenteurer und Aussteiger gefeiert wurde, ist heute eine farblose Trabantenstadt mit enger Hochhausbebauung und über 70 Spielkasinos – alles fest in chinesischer Hand. Und schon bald wird das fröhliche Partyvolk auch sein Eiland Koh Rong verlieren. Dreiundvierzig Kilometer schneeweiße Traumstrände und sonst nichts außer Dschungel und ein paar Holzhütten. Hong Kong Immobilien Tycoon Martin Kaye traute seinen Augen kaum, als er die vom Dschungel überwucherte Insel vom Hubschrauber aus entdeckte. Gesehen, gekauft und nun wird gerodet! Kayes Vision ist eine luxuriöse Resort-Stadt mit Villenanlagen. Dafür soll auch ein Flughafen entstehen. Aber noch feiern die Backpacker an ihrem Strand in Koh Touch. Wie gewohnt mit ganz viel Ganja und Alkohol, und so werden sie den höllischen Baulärm vielleicht noch ein paar Jahre überstehen.

Die letzten unberührten Inselparadiese

Wer damit nicht klar kommt, lässt sich am besten auf der ebenso schönen kleinen Schwesterinsel Koh Rong Samloen an Land spülen. Zwar ist auch sie längst an Investoren verkauft, doch es besteht Hoffnung, dass hier in absehbarer Zeit keine allzu dramatischen Kahlschläge stattfinden werden. Das gilt auch für die tropische Idylle auf Koh Ta Kiev, wo man unter Palmen und Kasuarinen fünf unkonventionelle Guesthouses findet.

Gästebungalow auf Koh Thmei

»Wir werden unsere Gästebungalows hier auf jeden Fall vierzig Jahre lang betreiben«, versichern mir die deutschen Auswanderer Avita und Michael auf der weiter östlich gelegenen Insel Koh Thmei, die zum Ream Nationalpark gehört. Immerhin haben die beiden einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen, bevor sie ihr eco-freundliches Backpacker-Resort  dort aufgebaut haben. Aber ob das Papier im Ernstfall hilft? Man kann all den mutigen Abenteurern hier für die Zukunft nur das Beste wünschen und ihnen fest die Daumen drücken. Wenn ihr Kambodschas Küste mit der vorgelagerten Inselwelt noch in alter Pracht erleben wollt, solltet ihr euch aber doch besser heute als morgen auf den Weg machen.

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Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Reise und Preise Verlags, für den ich in Kambodscha war.

Infos für eure Reiseplanung

EINREISE

Für die Einreise nach Kambodscha benötigt man ein Visum. Erhältlich direkt bei der Ankunft an Kambodschas internationalen Flughäfen. Dazu 2 Passbilder vorlegen, einen mindestens noch 6 Monate gültigen Reisepass sowie die (ausgefüllten) Einreiseformulare, die man im Flugzeug bekommt. Kosten fürs Visum US$ 30 in bar; über die Botschaft in Berlin kostet es € 35 (Info: http://emb-cambodia.active-city.net), übers Internet (E-Visum) US$ 37. Die Aufenthaltserlaubnis gilt für 4 Wochen.  

KLIMA

In Kambodscha herrscht tropisches Monsunklima. Die Tagestemperaturen liegen meist zwischen 30-35°C, wobei die Hitze von Februar bis April/Mai am extremsten ist. In der Trockenzeit vom November bis April bringt der kühle und trockene Nordost-Monsun relativ wenig Regen. Beste Reisezeit ist Ende November bis Februar. Die Tagestemperaturen liegen dann bei angenehmen 25 – 30°C, und nachts kühlt es bis auf 20°C runter.

GESUNDHEIT

Keine Impfungen vorgeschrieben. Gelbfieberimpfung nur bei Einreise /Transit aus Gelbfiebergebieten.  Im Land herrscht ein mittleres bis geringes Malaria-Risiko, wobei Phnom Penh und Angkor Wat als malariafrei gelten. Zur Sicherheit sollte man entsprechende Malaria-Tabletten im Gepäck haben. Ein starkes Moskitoschutzmittel beugt vor – auch gegen Dengue Fieber. Empfehlenswert ist Impfschutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis. Sonnenschutz nicht vergessen.

UNTERKUNFT

Phnom Penh: Ein kleines Juwel ist das »La Rose Boutique & Spa« Hotel. Mit nur 10 Zimmern/ Suiten und einem angeschlossenen Spitzenrestaurant bietet es Luxus auf engstem Raum.

Wer hier einkehrt – egal ob im Hotel, Restaurant oder Spa – tut sich und zugleich auch anderen Gutes, denn das »La Rose« rekrutiert sein megafreundliches Personal über das französische Hilfsprojekt PSE. Fast alle Angestellten und Auszubildenden gehörten einmal zu Kambodschas sogenannten Müllkindern. DZ ab US$ 75 (Tel.: +855-23-211130; 164B, Norodom Blvd.)

Inselparadiese:

Das perfekte Robinson-Feeling habe ich auf Kaoh Totung im Eco-freundlichen »Nomad`s Island« Resort« erlebt. (Übernachtung in einfachen Holzhütten, inkl. leckerer, hochwertiger Verpflegung (Getränke extra) ab US$ 75.  Idyllische Ruhe findet man auch auf der vollkommen naturbelassenen Insel Koh Thmei, wo Kavita und Michael ihr gleichnamiges eco-Backpacker-Resort mit 8 Strandbungalows betreiben. Hütte -je nach Saison – zw. US$ 20 – 50, Familienbungalow zw. US$ 35 – 75.

AKTIVITÄTEN

Siem Reap: Das Tageticket für den Angkor Tempelbereich kostet US$ 37. Wenn ihr die Anlage nicht im Schnelldurchlauf mit den Touristenmassen erleben wollt, empfehle ich euch aber das vergünstigte 3-Day-Ticket für US$ 62. Für 7 Tage zahlt man sogar nur noch US$ 72). Die Kassenhäuser befinden sich an der Airport Road Zufahrt und am Haupteingang von Angkor Wat.

Auf dem Tonle Sap: Haltestelle für Wassertaxis und Dschunken ©Regina Fischer-Cohen

Einzigartig und insofern sehenswert sind auch die schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap See. Die Anfahrt mit dem Tuk Tuk (Motorradrikscha) kostet von Siem Reap um US$ 15. Wirklich empfehlenswert ist allerdings nur das weit abgelegene Dorf Kompong Khleang mit seinem schwimmenden Wald. Dort ist alles noch sehr authentisch, und die einheimischen Bootsbetreiber sind freundlich und fair (1 – 2 stündige Tour im Motorboot max US$ 25). Besonders malerisch ist eine Kanutour durch den Wald (US$ 15). Den Besuch von Kompong Phluk oder Chong Kneas sollten dagegen nur erfahrene Touristen wagen, denn hier wird man von unseriösen Bootsunternehmen so richtig übers Ohr gehauen. Alleinreisenden Frauen würde ich definitiv abraten. Der Ärger beginnt mit Wucherpreisen, und kaum hat das Boot abgelegt, wird man auch noch genötigt, große Mengen Reis und Nudeln für ein Waisenheim zu kaufen. Dazu muss man wissen, dass die Ware nie den Kindern zu Gute kommt. Damit nicht genug, werden am Ende der Fahrt mit Nachdruck horrende Trinkgelder gefordert – lange bevor das rettende Ufer erreicht ist.

Phnom Penh: Unbedingt unterstützenswert ist die gemeinnützige »Apsara Arts Association«. Sie fördert Waisen und Kinder, die in ärmsten Verhältnissen aufwachsen. Talentierte Kids werden hier von ehemaligen Ballettstars zu APSARA und Khmer TänzerInnen ausgebildet.

Priesterliche Einweihungszeremonie für einen jungen Tänzer ©Regina Fischer-Cohen

Besucher sind beim Training und bei den sonntäglichen Zeremonien immer willkommen (7:30 – 10:30 und 14 – 17 Uhr). Samstagabends gibt es eine Show, Tickets für US$ 5. Ansonsten kein Eintritt, eine Spende sollte aber selbstverständlich sein. (Tel.: +855-89-722905, vom Russian Blvd auf die St. 598, Holzhaus Nr. 71, http://www.apsara-art.org/htm/about-aaa.html)

Last but not least

noch ein Link zu meiner Blogger-Kollegin Sandra von itchyfeet-travel.de, die unsere Reiseblogger-Gemeinde um Tipps für Kambodscha gebeten hat.


Hier könnt ihr euren Abenteuerurlaub in Kambodscha schon mal auf Google Maps planen

Was tun, wenn ich im Urlaub krank werde? Tipps für die Reiseapotheke

6 Kommentare

  1. Annette Bokpe

    Gleich mit dem ersten Satz bin ich mitten drin… mittendrin im Leben, mittendrin in Kambodscha. Und dann hat sie mich wieder – wie schon so oft – gefangen mit ihren Sätzen voller Bilder …. man mag gar nicht aufhören. Und am Ende die Erkenntnis: Ich muss nach Kambodscha.
    Liebe Regina, danke für Ihre Worte voller Bilder und für Ihre Bilder voller Worte!
    Annette

  2. Liebe Annette,

    wow – danke für die netten Worte. Es freut mich, dass es mir gelungen ist, Sie mit meiner Reportage für Kambodscha zu begeistern. Und ja, Sie sollten sich dieses wunderschöne Abenteuerland unbedingt selbst anschauen. Wie schon im Artikel gesagt: Warten Sie damit nicht zu lange!

  3. Der Bericht weckt Errinnerungen. Ich hab die Stelzendörfer ohne Wasser erlebt. Faszinierend wie hoch die Gebäude dann sind.
    Herbb

    • Danke für deinen Beitrag, Herbb! Genau das ist es, was das Reisen ausmacht: Man erlebt so viel Faszinierendes und sammelt Erinnerungen, die einem niemand mehr nehmen kann.

  4. Hallo Regina,
    meine Frau und ich wollen spontan nach Asien fliegen. Nachdem du uns im vergangenen Jahr so tolle Tipps für unsere USA Reise gegeben hast, haben wir wieder eure Seiten durchstöbert, und dein Artikel hier hat mich voll angefixt. Meine Frau findet aber auch die Dschungelbuchgeschichte toll. Was würdest du empfehlen? Wir wollen Ende Jan. los und haben 14Tage. Wäre nett , wenn du uns deinen Rat geben könntest. LG, Roland

    • ähhh, sorry, Roland – aber das ist jetzt echt schwer, euch da weiterzuhelfen. Ich habe dir eine Email geschickt und das Pro & Contra fürs jeweilige Land kurz aufgelistet. Letztlich solltet ihr aus dem Bauch heraus entscheiden. Für mich sind beide Reiseziele sehr reizvoll. Ich würde mich vielleicht zunächst für Kambodscha entscheiden, einfach weil man die dortige Küste mit ihrer Inselwelt schon bald nicht mehr in ihrer Ursprünglichkeit erleben wird.

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